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Freitag, Juli 20, 2007

Tour de Dope & öffentlich - rechtliche Superintendanten

So kanns gehen. Alle sprachen vor der Tour de France von einer "sauberen Tour". Allen voran das Team T-Mobile. Verschärfte Kontrollen. Bluttests. Unangekündigte Dopingkontrollen seitens der Deutschen - Anti - Doping - Agentur (wobei die hohe Kontrollintensität des T-Mobile-Teams auf den Wunsch des Team-Managements zurückging), und, und, und....

Das T-Mobile Team tat wirklich alles, um den Radsportfans zu zeigen, dass es in diesem Sport auch sauber zugehen kann. Sie schmissen die alten "Doper" raus, holten neue junge Fahrer heran. Der Oberboss im Team, der Bob Stapleton, hatte selber keine Vergangenheit im Radsport. Also alles einwandfrei, um einen Neuanfang mit einem neuen sauberen durchsichtigerem Radsport zu starten.

Doch dann kam schon der erste Schock, Udo Bölts, zum Betreuerstab gehörig, gestand das Doping zu seiner aktiven Zeit.

Sie ließen sich nicht erschüttern und zogen ihr Ding weiter durch. Richtig so!

Dann kam die Tour. Gerdemann gewinnt eine Etappe, fährt einen Tag in Gelb und einen Tag in Weiß. Das Minimal-Ziel wurde also erreicht. Dann kommen die schwarzen Tage der Tour für das Team. 3 Fahrer müssen innerhalb von 2Etappen die Tour aufgrund Verletzungen aufgeben. Besonders hart, der Teamkapitän mit guter Aussicht auf den Gesamtsieg und Patrick Sinkewitz.

Dann kam die Hiobsbotschaft Sinkewitz im Juni positiv auf EPO getestet. Höchstwahrscheinlich bestätigt die B-Probe das.

Die Reaktion: Bestürzung überall, gerade das Team-Telekom. Sinkewitz wurde sofort suspendiert und bei Bestätigung der B-Probe bekommt er die volle Härte der Sportgerichtsbarkeit zu spüren. Auf alle Fälle richtig.

Jetzt zu den Superintenden (also zu den Oberbossen von ARD & ZDF). Vor der Tour wurde ausgehandelt mit den deutschen Rennradställen, dass bei bekanntwerden des ersten Dopingfalls während der Tour de France die Berichterstattung gestoppt wird.

Das war dann jetzt am Mittwoch der Fall. Die Berichterstattung wurde eingestellt. Was passiert einen Tag später? Kaum hört der eine Sender auf, kommen die privaten & sichern sich die Rechte an der Tour und schon läuft das größte Freiluft Sportereignis der Welt bei den Privaten. (und hier gibts noch ein Video)

Wie hart ist das denn! Das versteh ich ja mal gar nicht. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollten mit dem einstellen der Berichterstattung Druck auf Sponsoren, Teams & Sportler ausüben, um den Sport eine letzte Chance zu geben, endlich sauber zu werden (was seit 10Jahren, oder länger, schon mit anderen Mitteln schon nicht funktioniert hat) und dann holen sich die Quotenjäger der privaten Sender die Rechte für die Übertragung.

So wird die ganze Geschichte zur Phars! Die Sportler sagen sich, gut die einen hören auf zu senden, die anderen machen weiter. Passt schon! Die internationale Sportberichterstattung bekommt diese Phars nur am Rande mit und widmet sich dem nur in kleineren bildlosen Artikeln auf Seite 4 unten links in der Ecke.

Ein Schuss in den Ofen der Verkauf, zumindest moralisch gesehen, betriebswirtschaftlich nicht. Ist ja auch klar, was will man mit sachen, die nicht für einen wirtschaften?

Das einzige was dem Sport in letzter Sekunde nur noch helfen kann ist ein massiver Rückzug der Sponsoren aus dem Sport. Zum Glück haben die ersten Sponsoren schon angekündigt, das ernsthafte Überlegungen gemacht werden, ob das sportliche Engagement fortgesetzt werden soll (u.a. Telekom & Gerolsteiner).

(Da die Zeit schon fortgeschritten [z.Z. 01:54 ] ist, werde ich den Artikel nicht mehr verlinken. Wird aber folgen, sowie einige weitere gedankliche Querschüsse zu diesem Thema)

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